Auf das Genlobby-Werbeschreiben des Europaabgeordneten und Vorderwieslers R. Goebbels bin ich eher durch Zufall gestoßen. Wer bezahlt diesen Mann für den Stuss, den er da verzapft? Er beschimpft die Mehrzahl der luxemburgischen Bevölkerung als Hinterwäldler (diejenigen die gegen GMO-sind, laut Eurobarometer 2008 66% der Luxemburger Verbraucher), stellt die Frage nach der Dummheit von 12 Millionen Bauern, erwähnt jedoch selber im Zusammenhang mit GMO-Anbau das Wort „Patente“ nicht ein einziges Mal? Man sollte den Herrn Goebbels vielleicht nicht vorlaut gleich als „dumm“, abstempeln im Gegensatz zu seiner Handlungsweise gegenüber anderen Leuten, aber dass er zusätzlich zu den Homepage’s von Monsanto, Pioneer und Co. auch deren Prospekte für Aktionäre etwas gründlicher studiert hätte, wäre wohl nicht zuviel verlangt. Seine Argumentation spricht mit keinem Wort die Angelegenheit von der Seite an, von wo eine gewisse Problematik-, ganz ohne Kurz- oder Langzeitstudien, allein durch deren Wortlaut-, offensichtlich sein sollte: Patente auf Pflanzen und Lebewesen.
Dass der Herr Abgeordnete Goebbels für seine Argumente erst im Nachhinein einzelne, relativ dünne, wissenschaftliche Belege nachreicht, verwundert dann auch nicht weiter. Nachvollziehbare Beweise für seine Äusserung: „Es ist noch niemand krank geworden, oder gar verstorben durch den Konsum von genetisch verbesserten Lebensmitteln!“ Solche hätten wenigstens in der Hinsicht beruhigt. Es wäre wohl einleuchtender gewesen, seinen Lesern zu raten, man solle sich die Homepage, beispielsweise von Monsanto ansehen, so wie er es offensichtlich getan hat. Da wird auch behauptet, „Better Seed for a brighter Future“. Dass Monsanto in erster Linie ein profitorientierter Chemiekonzern ist, und sich einen Dreck um einen „brighter Future“ kümmert, sollte die Geschichte, sowie die aktuelle Vorgehensweise des Konzerns verdeutlichen. Mittlerweile produziert der Konzern 90% des weltweiten Gen-Saatgutes. Und auch wenn es bereits über 40 Jahre her ist, als Monsanto noch als Lieferant von „Agent Orange“ fungierte, machen die Diskussionen um das Mittel rBST (unter dem Namen „Posilac“ in den USA vermarktet), welches die Milchproduktion bei Kühen steigert (und in Europa glücklicherweise nicht auf den Markt gelangte), zumindest in der unabhängigen Presse, immer noch Furore. Auch die nachweislich engen Beziehungen von Monsanto und Politik regen zum Nachdenken an.
Ich bin aber eben auch kein Wissenschaftler in Sachen Gentechnik, genauso wenig wie der Werte Herr Goebbels. Deshalb werde ich die Diskussion um GMOs und die Auswirkungen darüber auf Mensch und Tier an dieser Stelle außen vor lassen.
Welche Problematik genetisch „verbesserte“ Lebensmittel mit einem „Copyright“ nach sich ziehen können, sollte aber zumindest in die entstehende Diskussion einfliessen.

